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Falsch: „ARD-Faktenfinder verdreht Fakten wie Gartendraht!“

Falsch: „ARD-Faktenfinder verdreht Fakten wie Gartendraht!“

– „Die ARD-Tagesschau versuchte jetzt beim so genannten „Faktenfinder“, die von AfD-Politikern in Diskussionen getätigte Aussage, dass am Arbeitsplatz höhere Stickstoffdioxid-Grenzwerte gelten, als auf der Straße, zu widerlegen. Die Redakteurin behauptet: „Das stimmt so aber nicht.“ –

Falsch. Es ging dabei u. a. um die Aussage Alice Weidels, AfD-Spitzekandidatin, im „Fünfkampf“ der ARD. Dort sprach sie explizit von Büroinnenräumen und nicht von Arbeitsplätzen allgemein, wie Urban suggeriert.

Und genau darauf, also auf die Aussage mit den Büros, bezieht sich der ARD-Faktencheck.

– „Dazu erklärt der umweltpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Jörg Urban:
Fakt ist: Der Grenzwert für Stickstoffdioxid liegt im Außenbereich bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Hingegen ist der Wert für bestimmte Arbeitsplätze viel höher – bei 950 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dann schwurbelt die Redaktion um das Thema herum, dass es sich nur um besondere Arbeitsplätze handele und an den Arbeitsplätzen, wo 950 Mikrogramm gelten, arbeiten zudem meistens Erwachsene und gesunde Bürger, denen die Stickstoffdioxid-Belastung weniger ausmachen würde als Kindern, Alten und Kranken, die ja auch auf der Straße atmen.“ –

Jörg Urban widerspricht sich hier ja sogar selber. Zuerst schreibt er, dass der Wert (950 Mikrogramm pro Kubikmeter) nur für „bestimmte Arbeitsplätze“ gelte. Und nennt es im nächsten Satz „herumschwurbeln“, dass die ARD-Redaktion die 950 Mikrogramm nur auf „besondere Arbeitsplätze“ beziehe.

Was der Unterschied zwischen besondere und bestimmte Arbeitsplätze sein soll? Erklärt Urban nicht.

Dafür gibt der Faktenfinder Beispiele, was und wo solche besonderen Arbeitsplätze sein können:
„[…] beim Stahlkochen, in einer Schweißerei, eine Autowerkstatt…“

Dass also beispielsweise die Grenzwerte für Arbeiter an Hochöfen anders sind, als in Büros, ist eigentlich selbsterklärend. Außer für die AfD.

– „Erstens: Kaum ein Mensch – erst recht nicht Kinder und Kranke – halten sich rund acht Stunden an einer Straße auf, also so lange wie an einem Arbeitsplatz. Zweitens haben Untersuchungen der AfD-Fraktion ergeben, dass die Messstationen an Straßen an so genannten ‚Hotspots‘ stehen – also dort, wo besonders viel Abgase ausgestoßen werden und sie sich drittens auch noch viel zu nahe an den Straße befinden als für seriöse Messergebnisse vorgesehen.“ –

Worum gehts Urban denn jetzt eigentlich? Um die Grenzwerte für „draußen“ und normale Büros und dass diese zu niedrig seien? Dass kann die AfD ja finden, das ist aber nicht das, worum es bei der Diskussion mit Alice Weidel ging und was der Faktenfinder der tagesschau thematisiert. In der Rhetorik nennt man so eine Ablenkung übrigens „Strohmann-Argument“.

– „Fazit: Die Aussagen der AfD-Politiker stimmen! Die ARD versucht hier mit verschiedenen Vergleichen und irreführenden Beispielen erneut die Wahrheit zu verbiegen, wie Gartendraht. Die Nebelkerzen-Debatte um schlechte Luft durch Diesel muss wahrscheinlich bis zum Wahlkampf am Leben erhalten werden – koste es was es wolle, um von den eigentlichen Problemen im Land, wie der fehlgeleiteten Asyl- und Europolitik, abzulenken!“ –

Falsch. Mal abgesehen davon, dass die einzige Nebelkerze die Pressemitteilung von Urban zu sein scheint, ist die Aussage der AfD-Politiker eben nicht richtig. Alice Weidel sagte z. B. wörtlich:
„So kann eigentlich bisher niemand erklären, warum die Grenzwerte für Stickoxide aus Verbrennungsmotoren draußen viel niedriger sind als in Büroinnenräumen.“

Und diese Aussage ist: falsch.

Und so gesehen hat Jörg Urban in dieser Pressemitteilung nichts weiter gemacht, als abermals die falschen, schon widerlegten Annahmen zu verbreiten. (Neue) Argumente hat er gleich gar nicht geliefert.