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?: „Kriegsverbrecher unter Flüchtlingen und alle schauen weg“

?: „Kriegsverbrecher unter Flüchtlingen und alle schauen weg“

Carsten Hütter, MdL der AfD-Fraktion Sachsen, schreibt heute, am 18. Juli 2019:

— „Von 2014 bis Anfang 2019 gab das Bundesamt für Migration (BAMF) demnach etwa 5.000 Hinweise auf „Straftaten nach dem Völkerrecht“ an Bundeskriminalamt und Generalbundesanwalt weiter. Von anderen Stellen kamen 200 Hinweise. Das berichtet die BILD.“ –

Ja, das berichtete die BILD. Allerdings vor über 4 Monaten. Der besagte Artikel ist von Anfang März 2019 und Gegenstand weiterer Berichterstattung. So zum Beispiel vom BILDblog, hier (https://bildblog.de/…/fakten-ignorieren-fuer-die-hetzschla…/) und hier (https://bildblog.de/…/fakten-ignorieren-fuer-die-hetzschla…/).

– „Carsten Hütter, sicherheitspolitischer Sprecher, kommentiert:
Deutschland ist ein Paradies für Kriegsverbrecher. 5.200 Verdachtsfälle und ganze 129 Ermittlungen. Das ist das erbärmliche Ergebnis deutscher Sicherheitspolitik. Mir kann niemand einreden, dass wir kein Sicherheitsproblem in Deutschland haben.“ –

Woher hat Hütter überhaupt das Wort Verdachtsfälle? In besagten BILD-Artikeln geht es um die Anzahl Hinweise. Daraus können sich Verdachtsfälle ergeben, die dann ermittelt werden. Oder eben nicht.

Die über 5000 Hinweise auf „Straftaten nach dem Völkerrecht“ kamen übrigens von Flüchtlingen. Die nämlich, werden im Rahmen des Asylantrags gefragt:

„Waren Sie selbst Augenzeuge, Opfer oder Täter von begangenem Völkermord, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit; Übergriffen (Folter, Vergewaltigungen oder andere Misshandlungen) von kämpfenden Einheiten auf die Zivilbevölkerung; Hinrichtungen bzw. Massengräbern oder Einsätzen von Chemiewaffen?“ (via Bildblog)

Wird diese Frage mit ja) beantwortet, gilt das als ein Hinweis. Also auch, wenn man als Zeuge berichtet und gar keine Hinweise darauf hat, wo die verdächtige Person überhaupt ist. Aber eben auch, wenn die verdächtige Person oder Personengruppe nachweislich im Ausland verweilt. Und so weiter: „Mit vielen der 5000 Bamf-Hinweise konnten die Ermittler daher nicht weit kommen.“, so die Süddeutsche Zeitung im März (!) 2019.

– „Hinzukommt, dass Deutschland diese Verbrecher auch noch alimentiert. Die Sozialleistungen für Mörder, Vergewaltiger und Kriegsverbrecher werden mit unseren Steuergeldern bezahlt.“ –

Deutschland bezahlt Sozialleistungen für in Syrien oder dem Irak lebende Kriegsverbrecher? Was für ein Blödsinn. Das behauptet noch nicht mal der BILD-Artikel. Mal abgesehen davon, dass Kriegsverbrecher gar kein Flüchtlingsstatus zuerkannt wird (Asylgesetz, § 3, Absatz 2).

Und ganz abgesehen davon, dass die über 5000 Hinweise nicht „umzurechnen“ in über 5000 Personen sind oder diese überhaupt in Deutschland oder Europa weilen.

– „Wer behauptet, Deutschlands Grenzen nicht schützen zu können und Kriegsverbrecher nicht verurteilt, der hat jeglichen Regierungsanspruch verwirkt.“ –

Seit wann übernehmen in Deutschland eigentlich Politiker und Regierungsmitglieder Verurteilungen?
Das machen Gerichte, also deren Richter, die schon seit längeren nicht mehr Teil der Regierung sind. Gewaltenteilung anyone?

– „“Die AfD wird alles tun, damit Deutschland kein Rückzugsgebiet für diese Verbrecher wird und fordert konsequente Verurteilungen und schnelle Abschiebungen.“ –

Und bis „dahin“, werden offenbar Monate alte Boulevard-Artikel recycelt, die schon beim Erscheinen als Hetz-Artikel widerlegt wurden.