Schlagwort-Archive: führend

?: „Produziert MDR Fake-News, um AfD zu diffamieren?“

?: „Produziert MDR Fake-News, um AfD zu diffamieren?“

Carsten Hütter, MdL der AfD-Fraktion Sachsen, wurde in einem Beitrag des MDR-Sachsens (https://www.mdr.de/…/video-264700_zc-f24cd3d3_zs-20a70875.h…) über Fake-News erwähnt. Aber nicht unbedingt „würdigend“. Das provozierte nun offenbar eine Reaktion seitens der AfD und seiner Person. Mit Datum vom Freitag, den 11.1.2019, heißt es da:

— „Der MDR-Sachsenspiegel bezichtigt den AfD-Landtagsabgeordneten Carsten Hütter, Fake-News zu verbreiten, obwohl er den Inhalt seiner Anfrage (6/14348) über ausländische Straftäter korrekt wiedergegeben hat.“ —

Falsch. Er hat den Inhalt eben nicht korrekt wiedergegeben. Aber dazu gleich mehr.

— „Carsten Hütter erklärt dazu:
Der MDR scheut sich offensichtlich nicht, selbst Fake-News zu verbreiten und die AfD zu diffamieren. Wir prüfen juristisch, ob eine Richtigstellung verlangt werden kann.
Über meine Anfrage zu ausländischen Straftätern berichtete ich korrekt, dass von den 177 ausländischen Straftätern im Bereich Drogenhandel, Geldwäsche, Glücksspiel und Schutzgelderpressung allein 111 Asylbewerber waren. In der Nationenwertung dieser Straftäter führen mit übergroßem Abstand die Afghanen mit 100 Tatverdächtigen. Diese Zahlen habe ich vom Innenministerium erhalten.“ —

Auch das ist wieder falsch. Es gibt von Carsten Hütter keine Anfrage zu „ausländischen Straftätern“, auch wenn diese so heißt. Hütter fragte nämlich in seiner betreffenden Anfrage explizit nur nach sechs Ländern: Vietnam, Türkei, Afghanistan, sowie Russland, Belarus und die Ukraine („Osteuropa“). Eingeweihte wissen, dass es noch mehr Länder als diese sechs gibt und man sich dann schon fragen kann, ob diese 6-Länder-Statistik eine allgemeine Statistik über „ausländische Straftäter“ ergeben kann.

— „Perfide ist nun, meine Aussage über die Struktur ausländischer Straftäter der Rangliste aller Nationen allein nur im sächsischen Drogenhandel gegenüberzustellen.“ —

Warum? Diese Fokussierung „allein nur [auf den] sächsischen Drogenhandel“ hat Hütter sich doch selbst eingebrockt, eben durch seine kleine Anfrage.

— „Natürlich sind bei dieser Betrachtung die deutschen Täter führend und die Afghanen liegen auf Platz acht. Aber das ist überhaupt nicht Gegenstand meiner Analyse und Aussage.“ —

Sondern? (Spoiler: Er wird es nicht erklären)

— „Genauso perfide ist es, nur die Grafik mit der Überschrift meiner Pressemitteilung zu nutzen und den kompletten Text zu ignorieren. Überschriften sind immer verkürzt und zugespitzt, der Sinnzusammenhang ergibt sich erst aus dem ganzen Text. Auch von MDR-Journalisten kann man erwarten, diese gängige journalistische Praxis zu kennen.“ —

Wir „erinnern“ uns: Die Überschrift war: „AfD-Anfrage: afghanische Asylbewerber führend im sächsischen Drogenhandel“ (http://afd-blog.info/…/falsch-afghanische-asylbewerber-fue…/)

Mal abgesehen von der Tatsache, dass Hütter damit zugibt, dass die Share-Pics (und nichts anderes sind ja die Überschriften dieser Pressemitteilungen) verkürzt und zugespitzt sind, ist auch der Rest absurd. Oder um es mit Hütter zu sagen: perfide. Denn wie gesagt, eine Anfrage, die nach Straftätern aus sechs spezifischen Ländern fragt, kann wohl keine „Analyse“ und „Struktur“ (sic!) der ausländischen Straftäter darstellen.

Dass es Hütter für statthaft hält, aus einem „8. Platz“, im Sinne seines verkürzenden und zugespitzten Sinnzusammenhanges, den 1. Platz zu machen, lässt darüber hinaus natürlich tief blicken. Zumal der 1. Platz natürlich insgesamt Deutschland gebührt. Und auch der 2. nicht Afghanistan und der 3., 4…. etc.

— „Auf diese Art und Weise Fake-News zu konstruieren, nur um die AfD diffamieren zu können, ist billig und entspricht in keiner Weise einer ausgewogenen und fairen Berichterstattung.“ —

Also nochmal langsam: Hütter fragt nach der Anzahl von Delikten, die von Angehörigen sechs verschiedener Nationalitäten begangen wurden und präsentiert die häufigste Zahl in dieser Frage, als „führend“ im sächsischen Drogenhandel.
Und nicht nur das, selbst im weiteren Text wiederholt er eben jene Überschrift. Denn da steht:

— „Waren früher die Osteuropäer in der organisierten Kriminalität führend, sind es heute afghanische ‚Schutzsuchende‘.“ —

Da ist es wieder: „führend“. Der 8. Platz ist also führend. Völlig ohne verkürzten „Sinnzusammenhang“, wie Hütter es bezeichnet. Denn genau das hat er selber geschrieben, mehrfach.

PS: Hütter offenbart in dieser Mitteilung darüber hinaus, dass er sich offenbar eher als „Autor“ und „Journalist“ sieht, denn als Politiker. Aber das nur nebenbei,

Falsch: „afghanische Asylbewerber führend im sächsischen Drogenhandel“

Falsch: „afghanische Asylbewerber führend im sächsischen Drogenhandel“

Und weiter geht es. Carsten Hütter Landtagsabgeordneter AfD Fraktion im Sächsischen Landtag veröffentlichte vor drei Tagen folgendes:

– „AfD-Anfrage: afghanische Asylbewerber führend im sächsischen Drogenhandel“ –

Nein, das ist falsch, das ergibt sich auch nicht aus dieser Anfrage. Im sächsischen Drogenhandel sind deutsche Dealer „führend“.

– „Bei den ausländischen Tatverdächtigen im Bereich Drogenhandel, Geldwäsche, Glücksspiel und Schutzgelderpressung sind afghanische Asylbewerber besonders stark vertreten, ergab eine Anfrage der AfD-Fraktion (6/14348).“ –

Nein, das sagt die Anfrage nicht. Carsten Hütter fragte explizit (warum eigentlich?) nur nach
„türkischen, afghanischen, vietnamesischen und osteuropäischen Staatsangehörigen“.
Man möge uns korrigieren, aber unserer Meinung nach gibt es noch mehr Länder außerhalb Deutschlands.

– „Von insgesamt 177 Tatverdächtigen waren 111 Asylbewerber.“ –

Nein, das ist ebenfalls falsch. Man muss die Antwort auf die eigene Anfrage schon lesen:
Es sind insgesamt 205 Tatverdächtige in dieser Gruppe, nicht 177. Warum Hütter einfach 28 weglässt, erschließt sich nicht. Übrigens, auch die Zahl der 111 Asylbewerber ist falsch. Es sind 87, laut der Tabelle seiner Anfrage.

– „Carsten Hütter, sicherheitspolitischer Sprecher und Anfragesteller, erklärt:
Erneut zeigt sich: infolge offener Grenzen und einem Asylrecht, das zu Missbrauch förmlich einlädt, importieren wir massiv Kriminalität nach Sachsen. Verantwortlich für diese katastrophale Politik ist die CDU, die auch nach drei Jahren staatlich verordneter ‚Willkommenskultur‘ zu keiner Kurskorrektur bereit ist. Waren früher die Osteuropäer in der organisierten Kriminalität führend, sind es heute afghanische ‚Schutzsuchende‘.“ –

Nein, auch das ist falsch. Würfelt Carsten Hütter seine Zahlen?

Afghanische Tatverdächtige machen im Bundeslagebild zur organisierten Kriminalität 0,25 % aus.

– „Asylbewerber, egal ob anerkannt, abgelehnt oder geduldet, müssen sofort in ihre Heimat zurück, wenn sie in Deutschland kriminell werden. Wer die Gesetze im Gastland nicht achtet, bei dem ist Integration von vornherein gescheitert.“ –

Wir haben das LKA Sachsen um eine Stellungnahme gebeten. Dabei explizit zum Thema Handel und Schmuggel mit Rauschgift, was in der polizeilichen Kriminalstatistik die Schlüsselnummer 732000 ist.

Dabei ergibt sich für den von Carsten Hütter angefragten Zeitraum diesen Jahres, ein Anteil von afghanischen Asylbewerbern von: 1,1 %.

Führend im sächsischen Drogenhandel sind übrigens deutsche Tatverdächtige.

Schaut man sich ferner die sächsische Kriminalstatistik von 2017 für BtmG-Verstöße allgemein (also nicht nur Handel) an, ergibt sich folgendes Bild.

9673 Tatverdächtige sind für 12207 Fälle verantwortlich. Davon sind 7678 Tatverdächtige Deutsche. Von den 1995 nichtdeutschen Tatverdächtigen, sind 280 tatverdächtige Libyer somit an zweiter Stelle. Mit weitem Abstand, auf Platz 8, folgen 82 afghanische Tatverdächtige.

Um welchen Faktor sich Carsten Hütter „geirrt“ hat, könnt ihr ja jetzt selbst ausrechnen.