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Falsch: „Kriminalität und Gewalt an Dresdner Grundschulen um 224 Prozent gestiegen“

Falsch: „Kriminalität und Gewalt an Dresdner Grundschulen um 224 Prozent gestiegen“

Karin Wilke, MdL der AfD-Fraktion Sachsen, schreibt am 6. Mai 2019:

– „Die Kriminalität an Dresdner Grundschulen ist um 224 Prozent gestiegen, berichtet BILD. Neben Schulhofrangeleien wurden auch gefährliche Körperverletzung, Erpressung, Diebstahl und sogar sexueller Missbrauch zur Anzeige gebracht. 28 Prozent der Täter waren Ausländer. Die Analyse basiert auf einer Anfrage der AfD-Landtagsfraktion (6/16900).“ –

Diese „Analyse“ ist falsch. Mal ganz abgesehen davon, dass es sich nicht einmal um eine Analyse handeln kann, denn schon auf der ersten Seite der Antwort auf die kleine Anfrage steht, dass nur für das Jahr 2018 konsistente Daten vorliegen. Für alle anderen Jahre greifen schon Löschfristen, gerade bei Delikten wie Körperverletzung oder Diebstahl. Das ist allerdings auch wenig verwunderlich, handelt es sich beim Polizeilichen Auskunftssystem Sachsens um eine Eingangsstatistik. Das heißt, dass in diesen Angaben keinerlei Informationen stecken, ob und wie eine Anzeige auch tatsächlich vor Gericht gelangt ist. Solcherlei Daten landen dann in der polizeilichen Kriminalstatistik, die aber keine Rückschlüsse mehr über den Tatzeitpunkt zulässt, da die Beendigung des Verfahrens „datumsgebend“ ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: „Dadurch ist ein Vergleich der jeweiligen Schuljahre untereinander nicht zulässig.“ Und eine „Analyse“ aufgrund dieser Art einer einzigen kleinen Anfrage unmöglich. Das schrieb übrigens das sächsische Innenministerium in eine praktisch gleichlautende Anfrage der Grünen.

Allerdings lohnt es sich, diesen Spin noch etwas näher zu betrachten: Die AfD-Fraktion stellt also eine Anfrage an den sächsischen Landtag, die BILD Dresden schreibt (falsch) über diese Anfrage und die AfD-Fraktion zitiert daraufhin die BILD, als Teil der verhassten Lügenpresse, obwohl die Abgeordneten der AfD ja diese „Analyse“ auch einfach selbst machen könnten. Aber weiter im Text:

– „Karin Wilke, bildungspolitische Sprecherin, erklärt:
Es ist erschreckend, wie kriminell und gewalttätig es mittlerweile bereits in der ersten bis vierten Klasse zugeht. Die Sicherheit für unsere Kleinsten ist dramatisch gesunken. Im letzten Jahr hatten wir an Grundschulen 19 Fälle von normaler bis schwerer Körperverletzung und 15 Fälle von besonders schwerem Diebstahl. Was ist nur aus Sachsens Schulen geworden? Welche Eltern können ihre Kinder noch ruhigen Gewissens in die Schule schicken?“ —

Ist das denn so, dass die Sicherheit also „dramatisch gesunken“ ist? Also mal abgesehen davon, dass es 2018 gar keinen Fall von schwerer Körperverletzung gab. Die Anzahl der von Karin Wilke benannten Fälle mögen erschrecken, es fehlen ihr aber die Vergleichswerte für die letzten Jahre, um so eine Aussage überhaupt treffen zu können. Nimmt man den sächsischen Gesamttrend und schaut sich die Zahl der (eingegangenen) Anzeigen der letzten 3 Schuljahre an (welche z.B. Petra Zais (Grüne) jedes Jahr aufs Neue abfragt, weil sonst eben die Vergleichbarkeit nicht gegeben ist), ergibt sich folgendes Bild:

Schuljahr 2015/2016: 535 Straftaten an sächsischen Grundschulen
Schuljahr 2016/2017: 402 Straftaten an sächsischen Grundschulen
Schuljahr 2017/2018: 471 Straftaten an sächsischen Grundschulen

Dazu kommt eine weitere Eigenheit: Die AfD fragt nach Straftaten „an“ den Tatorten Grundschule (und weiteren Schularten). Die Eingangsstatistik, die hier dann zu Rate gezogen wird, sagt aber nichts über den Status der Opfer und Tatverdächtigen aus. Kurzum: Eine Straftat eines verdächtigen 25jährigen im Nahbereich einer Schule, oder gar auf dem Schulhof, wird ebenfalls dem Tatort Schule zugerechnet, auch wenn der Tatverdächtige gar kein Schüler dieser Schule ist oder war.

– „Auffällig ist der überproportional hohe Ausländeranteil von 28 Prozent der Straftäter. Wenn wir uns die Daten zu Opfern und Tätern anschauen, wird dieses Missverhältnis noch krasser. Während es unter den Tätern 59 Schüler in der Kategorie Asylbewerber / Geduldet / Asylberechtigte gab, sind in dieser Kategorie nur zwölf Opfer aufgeführt. Überdurchschnittlich häufig waren also deutsche Schüler Opfer und Asylbewerber die Täter. Wie sich die Kinder von sogenannten ‚Schutzsuchenden‘ im Aufnahmeland verhalten, entbehrt jeder landläufigen Vorstellung von Dankbarkeit.“ –

Das Problem dieser „sogenannten“ Schlussfolgerung ist: Das steht dort gar nicht. Wie gerade angeführt, handelt es sich bei den genannten 59 Tatverdächtigen, eben nicht automatisch um Schüler. Es muss sich nicht einmal um Jugendliche handeln. Der Hinweis, dass das so ist, hat das Innenministerium auch nicht in winzig kleinen Fußnoten versteckt, sondern prangt prägnant auf der ersten Seite. Karin Wilke hätte diese nur lesen und verstehen müssen. Übrigens: Es gibt keine Kategorie „Asylbewerber/Geduldet/Asylberechtigte“ unter den Opfern. Wie Wilke daher auf die Zahl 12 kommt, ist unklar.

– „Das CDU-Kultusministerium muss nun endlich für Sicherheit und ein besseres Lernklima an unseren Schulen sorgen. Um deutsche Schulkinder zu schützen und den Lehrermangel zu beheben, hatte die AfD-Fraktion den Antrag gestellt (6/12123), Kinder von Asylbewerbern ohne Bleibeperspektive gesondert und in Landessprache zu unterrichten. Nun zeigt sich, wie sinnvoll dieser Antrag war.“ –

Zuvorderst zeigt sich, dass die AfD auch 5 Jahre nach Parlamentsantritt nicht fähig oder willens ist, ihre eigenen Anfragen kompetent auszuwerten. Zusammenfassend: Die Angabe der BILD-Zeitung, dass es eine Steigerung um 224 % an Dresdner Grundschulen gab, entbehrt jeder statistischen Grundlage.
Die reine Zahlenarithmetik gibt diese Zahl zwar her, aber sagt die Kleine Anfrage ja in aller Deutlichkeit: Die angegebenen Jahre sind nicht untereinander vergleichbar, weil in den früheren Jahren schlicht Straftaten fehlen. Das haben aber weder BILD, noch Karin Wilke bemerkt oder bemerken wollen.

Falsch: „CDU-Staatsregierung will offenbar Einwanderungszahlen verheimlichen!“

Falsch: „CDU-Staatsregierung will offenbar Einwanderungszahlen verheimlichen!“

Carsten Hütter, MdL der AfD-Fraktion Sachsen und parallel Mitarbeiter bei Martin Hebner, MdB der AfD-Bundestagsfraktion, schreibt am 16.04.2019:

–„Von einer Beantwortung der Frage zum Familienasyl wird abgesehen“ – so lautet die Antwort auf die Kleine Anfrage (6/17059) der AfD-Fraktion zum Thema Familiennachzug und Familienasyl in Sachsen.“ —

Nein, so lautet die Antwort nicht. Die zitierte Antwort bezieht sich nur auf den ersten Teil seiner Fragestellung (Familienasyl). Auf den Familiennachzug wird auf Seite 2 eingegangen.

— „Carsten Hütter, sicherheitspolitischer Sprecher und Anfragesteller, kommentiert:
Auf meine einfache Anfrage, gibt es vom CDU-Innenminister Wöller eine ausweichende und nichtssagende Antwort. Dabei erwirtschaften Sachsens Steuerzahler jährlich hunderte Millionen Euro, um die Kosten für die verfehlte Asylpolitik der CDU zu tragen und dann behauptet die Staatsregierung, es lägen ihr zum Thema keine entsprechenden Erkenntnisse vor.“ —

Falsch. Hütter unterschlägt hier die folgenden Sätze: „Die Staatsregierung ist dem Landtag nur für ihre Amtsführung verantwortlich. […] handelt es sich beim Antrag auf Gewährung von Familienasyl […] um einen Asylantrag […] über den das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) […] zu entscheiden hat.“

Der sächsische Innenminister ist allerdings nicht für das BAMF zuständig. Das eine ist Bund, das andere Land. Wenn Hütter Zahlen von einem Bundesamt erfahren will, kann er das in seinem Nebenjob als Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten machen oder das BAMF direkt fragen. Das sächsische Innenministerium ist dafür nicht zuständig. Dabei handelt es sich übrigens um ein wiederkehrendes Muster, dass AfD-Abgeordnete in Landtagen nach Zusammenhängen auf anderen rechtlichen Ebenen fragen um sich dann zu beschweren, darüber keine Antwort zu erhalten.

— „Menschen, die vor Krieg fliehen, muss geholfen und temporär Asyl gewährt werden. Jedoch muss genau geprüft werden, ob Anspruch auf Familienasyl besteht. Zudem haben die Bürger von Aufnahmeländern ein Recht zu erfahren, wer wann und in welcher Zahl Familienasyl beantragt und wofür seine Steuergelder verwendet werden.“ —

Dafür braucht es aber Carsten Hütter gar nicht. Die Zahlen des BAMF sind öffentlich und/oder über Anfragen der Bundestagsfraktionen ersichtlich. Dass dieses Instrument genutzt wird, sogar von AfD-Abgeordneten des Bundestags ist z. B. auf www.kleine-anfragen.de nachvollziehbar. Auch zum Thema Familienasyl.

— „Die Antwort ist daher völlig inakzeptabel, weil die falsche Flüchtlingspolitik durch die CDU die heimische Bevölkerung vor immer größere Herausforderungen stellt. Neben den finanziellen Belastungen, gibt es massive Veränderungen im sozialen Zusammenleben, wie z.B. der Verlust der Inneren Sicherheit und steigende Kriminalität.“ —

Mal abgesehen davon, dass selbst Hütters Kollege Sebastian Wippel im Landtag neulich davon sprach, dass die Kriminalität laut der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2018 zurückgeht, unterschlägt Hütter hier immer noch, dass der zweite Teil seiner Frage (Familiennachzug) beantwortet wurde. Seit der Wiedereinsetzung und Neuregelung des Familiennachzugs sind drei Kinder und eine Ehefrau nach Sachsen gekommen.

— „Die Statistiken des Bundesinnenministeriums belegen, dass die Anzahl der Asylanträge im März 2019 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, vor allem aus Syrien, Nigeria und dem Irak.“ —

Carsten Hütter ist also bekannt, dass es auf Bundesebene Statistiken darüber gibt, zieht es aber dennoch vor, auf der falschen Ebene danach zu fragen, um, quasi als selbst erfüllende Prophezeiung, keine Antwort zu erhalten.

— „Die AfD-Fraktion wird weiterhin Einwanderungszahlen abfragen, um aufzuzeigen, dass eine permanente Einwanderung, vor allem aus muslimischen Ländern, stattfindet.“ —

Warum muss sie das „abfragen“ und „aufzeigen“, wenn das ihrer Meinung nach eh von den Statistiken des Bundesinnenministeriums belegt ist?

Aber solange die AfD quasi Flugtickets am Bahnhof kaufen will, wird das eh nichts, mit dem „aufzeigen“.

Übrigens: Im Jahr 2018 gab es 621 positive Entscheidungen zum Thema Familienasyl in Sachsen. Die Jahresanzahl sagt dabei nichts über die Zahl der Anträge aus, da in den Entscheidungen auch Verfahren der Vorjahre beinhaltet sein können. Weiterhin kann Familienasyl eine aufhebende Wirkung eines schon anerkannten Asylverfahrens bedeuten, da die Gründe dafür grundsätzlich neu betrachtet werden, ist also nicht untereinander einfach zu addieren.

Woher wir diese geheimen Zahlen haben? Wir haben einfach beim BAMF nachgefragt und diese Zahlen vom Statistik-Referat erhalten.

?: „Statistik zeigt: Zuwanderung sorgt für massiven Kriminalitätsanstieg“

?: „Statistik zeigt: Zuwanderung sorgt für massiven Kriminalitätsanstieg“

André Wendt, MdL der AfD-Fraktion Sachsen schreibt am 5.2.2019:

— „Wie die WELT berichtet, erreicht der Ausländeranteil in deutschen Gefängnissen einen Rekordwert. Von März 2016 bis heute stieg z.B. deren Anteil in sächsischen Gefängnissen um 100 Prozent.“ —

Nein. Also abseits der Tatsache, dass die WELT den Artikel nur von der Rheinischen Post übernommen hat, stieg der Anteil ausländischer Gefangener in Sachsen seit 2016, nicht um 100 Prozent. Sondern 25 Prozent.

— „André Wendt, rechtspolitischer Sprecher, kommentiert:
In Hamburg und Berlin sind die Mehrzahl der Gefängnisinsassen Ausländer. In Sachsen stieg die Anzahl inhaftierter Ausländer von 482 auf 981 innerhalb von drei Jahren.“ —

Nein das tat sie nicht. Die Zahl 482 ist die Anzahl rechtskräftig verurteilter Strafgefangener. Die 981 umfasst wiederum diese und Personen, die in U-Haft sitzen. Die Zahlen sind also nicht miteinander vergleichbar.

— „Das ist eine Zunahme um mehr als 100 Prozent.“ —

Wenn man verschiedene Zahlengruppen zugrundelegt: ja, sonst natürlich nicht. Laut Sächsischer Zeitung waren im März 2016 779 ausl. Strafgefangene und Personen in U-Haft gemeldet. Das macht also bis heute einen Zuwachs von 25,93 Prozent.

Im August 2016 meldete die BILD dann 811 ausl. Strafgefangene und Personen in U-Haft. Zuwachs bis heute dann 20,96 Prozent. Da die Belegungszahlen natürlich auch innerhalb eines Jahres variieren (siehe 779 zu 811), sind die rein mathematischen Vergleiche freilich mit Vorsicht zu genießen.

— „Bei 3450 Inhaftierten haben wir einen Ausländeranteil von fast 30 Prozent und das bei einem Bevölkerungsanteil von nur 5 Prozent. Das sind Fakten, die nicht unter den Teppich gekehrt werden können.“ —

Dass der Bevölkerungsanteil von Migranten und Ausländern in Kriminalstatistiken nicht 1:1 mit der deutschen Bevölkerung verglichen werden kann, könnte Wendt vermutlich jeder Kriminalbeamter erklären. Es würde Ihn aber vermutlich kaum interessieren.

— „Verantwortlich für diese unhaltbaren Zustände ist die von CDU und SPD gefeierte Politik der offenen Grenzen, die nun für überfüllte Gefängnisse und zunehmende Gewalt auf Straßen und Plätzen sorgt. Bis heute hält man an dieser unkontrollierten Einwanderung fest, deshalb wird sich die Situation auch auf absehbare Zeit nicht ändern, sondern eher verschärfen. Man kann hier deshalb durchaus von einem Versagen auf ganzer Linie sprechen. Die AfD-Fraktion fordert konsequente Abschiebungen sowie ein Einreiseverbot für verurteilte ausländische Straftäter. Die Reisefreiheit dieser Tätergruppen muss massiv eingeschränkt werden. Dazu brauchen wir effektive Grenzkontrollen.“ —

Und, übrigens: Die AfD-Fraktion Sachsen berichtete 2016 selbst (!) von 798 Ausländern in Sachsens Gefängnissen. Das hätte Wendt auffallen können, wenn er nun auf einmal nur von 482 im Jahr 2016 spricht. Aber es wird ihn wohl eben kaum interessieren.

Falsch: „CDU schwindelt sich die Integration von Ausländern schön“

Falsch: „CDU schwindelt sich die Integration von Ausländern schön“

Mario Beger, MdL der AfD-Fraktion Sachsen, schreibt am 17.1.20.19:

— „Der sächsische CDU-Ausländerbeauftragte Mackenroth stellte eine Studie zur angeblich gelungen Integration von Migranten vor.“ —

Falsch, die Studie heißt „Lage der eingebürgerten Migranten in Sachsen“. Es geht also „nur“ um jene Zuwanderer, die das Einbürgerungsverfahren durchlaufen haben.

— „Dafür untersuchte er aber nur die wenigen eingebürgerten Ausländer, die überwiegend aus Osteuropa oder Amerika kommen und nur ein Prozent aller Migranten in Sachsen ausmachen.“ —

Falsch. Es wurden alle „eingebürgerten Ausländer“ angesprochen. Genauer gesagt: „Alle Personen, die das Einbürgerungsverfahren nach §§ 8,9 und 10 StAG in Sachsen zwischen 2012 und 2017 beendet haben, das 18. Lebensjahr vollendet haben

(Stichtag 15.06.2000) und noch in Sachsen wohnen“. Dass, allgemeiner gesagt, zu einer Studie zur „Lage der eingebürgerten Migranten“ nur (sic!) eingebürgerte Migranten befragt werden, ist für Mario Beger offenbar ein Problem, nur warum?

— „Mario Beger, wirtschaftspolitischer Sprecher, erklärt:
Die CDU schwindelt sich wieder einmal die Integration von Migranten schön.“ —

Immer noch falsch. Es geht um eingebürgerte Migranten. Das heißt Personen, die einige Voraussetzungen nach Staatsangehörigkeitsgesetz erfüllen müssen, um nach eben jenem eingebürgert zu werden. Geschwindelt ist in diesem Zusammenhang freilich, dass es in der Studie um alle Migranten ginge. Allerdings nicht von der CDU.

— „Bei der untersuchten Gruppe, die überwiegend aus dem abendländischen Kulturkreis kommt, haben zwei Drittel Abitur und die Hälfte einen Hochschulabschluss – dass sind die wirklichen Fachkräfte, denen auch die AfD mit einem Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild bei Bedarf die Einwanderung erlauben würde.“ —

Und nun wird das Thema gänzlich verfehlt. Um einen Anspruch auf Einbürgerung zu haben, muss man unter anderem seit 8 Jahren in Deutschland leben. Da nun allein 40% der Befragten in der Studie, ihren beruflichen Abschluss „erst“ in Deutschland erworben haben und 30,9% ihren Schulabschluss, ist unklar, wie Beger auf den Zusammenhang mit einem Einwanderungsgesetz „nach Bedarf“ kommt. Dazu kommt, dass die Studie nicht sagen kann, ob es bei der Zahl der Hochschulzulassung (also Abitur als höchster Schulabschluss (70 %)) eine „Verzerrung der Stichprobe“ vorliegt, da die Bildungsverteilung in der Grundgesamtheit als Information nicht vorliegt.

— „Die Einwanderungspolitik der CDU ist allerdings eine ganz andere: Sie hat die Grenzen auch für alle Sozialmigranten dieser Welt geöffnet, die das Zauberwort Asyl sagen und später so gut wie nie abgeschoben werden. Über 90 Prozent dieser illegalen Einwanderer kommen aus muslimischen Ländern, mit niedriger Bildung, hohem Analphabetismus und religiösem Fanatismus.“ —

Nochmal, ganz abgesehen von den „Behauptungen“ am Ende: Um eingebürgert zu werden, müssen eine ganze Reihe von Voraussetzungen für einen Anspruch vorliegen:

„Sie müssen zum Zeitpunkt der Einbürgerung ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzen.

Sie müssen seit mindestens acht Jahren ihren rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland haben.

Der Lebensunterhalt (auch für unterhaltsberechtigte Familienangehörige) muss ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bestritten werden können.

Sie müssen Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland besitzen (Regelnachweis durch bundeseinheitlichen Einbürgerungstest).

Sie müssen über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Sie dürfen nicht wegen einer Straftat verurteilt sein.

Sie müssen Ihre bisherige Staatsangehörigkeit verlieren oder aufgeben.

Es dürfen keine tatsächlichen Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche oder extremistische Betätigung in Vergangenheit oder Gegenwart vorliegen, und Sie müssen ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland abgeben.“

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Befragten in Deutschland beträgt übrigens 18,4 Jahre. Und die Aufenthaltsdauer ist eben einer jenen Faktoren, die für einen Anspruch stimmen müssen.

— „In unserem Hochtechnologie-Arbeitsmarkt werden diese ‚Fachkräfte‘ kaum benötigt und viele wandern somit direkt in die Sozialsysteme ein, die längst am finanziellen Limit sind. Darüber schweigt allerdings die CDU-Studie.“ —

Es geht in der Studie wie gesagt auch nur um eingebürgerte Migranten in Sachsen, immerhin über 50.000 seit 1990. Was das mit „schweigen“ zu tun hat, ist unklar.

— „Wer das ganze Ausmaß fehlgeleiteter Einwanderungspolitik der Altparteien analysieren will, muss sich nur die türkischen Gastarbeiter anschauen. Auch nach drei Generationen ist diese Gruppe und ihre Nachkommen immer noch doppelt so häufig arbeitslos und auf Sozialleistungen angewiesen wie Deutsche.“ —

Und auch das stimmt so nur, wenn man die Grundgesamtheit der ehemaligen Gastarbeiter Eins zu Eins auf deutsche Staatsbürger überträgt, was eine Verzerrung darstellt. In den 60ern wurden vor allem geringqualifzierte Migranten für industrielle Arbeiten angeworben. Oder wie es der Tagesspiegel ausdrückt: „Anders gesagt: Die Arbeitslosenquote unter den Geringqualifizierten entspricht der Quote unter der türkischen Bevölkerung“. Übrigens entspricht die sogenannte „fehlgeleitete Einwanderungspolitik“ eigentlich recht gut den Vorstellungen der AfD. Oder wie es Karl Brenke von Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung dem Tagesspiegel sagte: „Die Politik hat den Fehler gemacht, Deutschland als Nicht-Einwanderungsland zu erklären.“ Bezogen auf den letzten Absatz sei zuletzt abermals mit dem Tagesspiegel zitiert: „Unter dem Strich profitieren die öffentlichen Haushalte in Deutschland von den Zuwanderern – auch wenn viele von ihnen auf Sozialleistungen wie Hartz IV angewiesen sind. Alles in allem zahlen Migranten mehr an den Staat als sie von ihm bekommen.“

?: „Produziert MDR Fake-News, um AfD zu diffamieren?“

?: „Produziert MDR Fake-News, um AfD zu diffamieren?“

Carsten Hütter, MdL der AfD-Fraktion Sachsen, wurde in einem Beitrag des MDR-Sachsens (https://www.mdr.de/…/video-264700_zc-f24cd3d3_zs-20a70875.h…) über Fake-News erwähnt. Aber nicht unbedingt „würdigend“. Das provozierte nun offenbar eine Reaktion seitens der AfD und seiner Person. Mit Datum vom Freitag, den 11.1.2019, heißt es da:

— „Der MDR-Sachsenspiegel bezichtigt den AfD-Landtagsabgeordneten Carsten Hütter, Fake-News zu verbreiten, obwohl er den Inhalt seiner Anfrage (6/14348) über ausländische Straftäter korrekt wiedergegeben hat.“ —

Falsch. Er hat den Inhalt eben nicht korrekt wiedergegeben. Aber dazu gleich mehr.

— „Carsten Hütter erklärt dazu:
Der MDR scheut sich offensichtlich nicht, selbst Fake-News zu verbreiten und die AfD zu diffamieren. Wir prüfen juristisch, ob eine Richtigstellung verlangt werden kann.
Über meine Anfrage zu ausländischen Straftätern berichtete ich korrekt, dass von den 177 ausländischen Straftätern im Bereich Drogenhandel, Geldwäsche, Glücksspiel und Schutzgelderpressung allein 111 Asylbewerber waren. In der Nationenwertung dieser Straftäter führen mit übergroßem Abstand die Afghanen mit 100 Tatverdächtigen. Diese Zahlen habe ich vom Innenministerium erhalten.“ —

Auch das ist wieder falsch. Es gibt von Carsten Hütter keine Anfrage zu „ausländischen Straftätern“, auch wenn diese so heißt. Hütter fragte nämlich in seiner betreffenden Anfrage explizit nur nach sechs Ländern: Vietnam, Türkei, Afghanistan, sowie Russland, Belarus und die Ukraine („Osteuropa“). Eingeweihte wissen, dass es noch mehr Länder als diese sechs gibt und man sich dann schon fragen kann, ob diese 6-Länder-Statistik eine allgemeine Statistik über „ausländische Straftäter“ ergeben kann.

— „Perfide ist nun, meine Aussage über die Struktur ausländischer Straftäter der Rangliste aller Nationen allein nur im sächsischen Drogenhandel gegenüberzustellen.“ —

Warum? Diese Fokussierung „allein nur [auf den] sächsischen Drogenhandel“ hat Hütter sich doch selbst eingebrockt, eben durch seine kleine Anfrage.

— „Natürlich sind bei dieser Betrachtung die deutschen Täter führend und die Afghanen liegen auf Platz acht. Aber das ist überhaupt nicht Gegenstand meiner Analyse und Aussage.“ —

Sondern? (Spoiler: Er wird es nicht erklären)

— „Genauso perfide ist es, nur die Grafik mit der Überschrift meiner Pressemitteilung zu nutzen und den kompletten Text zu ignorieren. Überschriften sind immer verkürzt und zugespitzt, der Sinnzusammenhang ergibt sich erst aus dem ganzen Text. Auch von MDR-Journalisten kann man erwarten, diese gängige journalistische Praxis zu kennen.“ —

Wir „erinnern“ uns: Die Überschrift war: „AfD-Anfrage: afghanische Asylbewerber führend im sächsischen Drogenhandel“ (http://afd-blog.info/…/falsch-afghanische-asylbewerber-fue…/)

Mal abgesehen von der Tatsache, dass Hütter damit zugibt, dass die Share-Pics (und nichts anderes sind ja die Überschriften dieser Pressemitteilungen) verkürzt und zugespitzt sind, ist auch der Rest absurd. Oder um es mit Hütter zu sagen: perfide. Denn wie gesagt, eine Anfrage, die nach Straftätern aus sechs spezifischen Ländern fragt, kann wohl keine „Analyse“ und „Struktur“ (sic!) der ausländischen Straftäter darstellen.

Dass es Hütter für statthaft hält, aus einem „8. Platz“, im Sinne seines verkürzenden und zugespitzten Sinnzusammenhanges, den 1. Platz zu machen, lässt darüber hinaus natürlich tief blicken. Zumal der 1. Platz natürlich insgesamt Deutschland gebührt. Und auch der 2. nicht Afghanistan und der 3., 4…. etc.

— „Auf diese Art und Weise Fake-News zu konstruieren, nur um die AfD diffamieren zu können, ist billig und entspricht in keiner Weise einer ausgewogenen und fairen Berichterstattung.“ —

Also nochmal langsam: Hütter fragt nach der Anzahl von Delikten, die von Angehörigen sechs verschiedener Nationalitäten begangen wurden und präsentiert die häufigste Zahl in dieser Frage, als „führend“ im sächsischen Drogenhandel.
Und nicht nur das, selbst im weiteren Text wiederholt er eben jene Überschrift. Denn da steht:

— „Waren früher die Osteuropäer in der organisierten Kriminalität führend, sind es heute afghanische ‚Schutzsuchende‘.“ —

Da ist es wieder: „führend“. Der 8. Platz ist also führend. Völlig ohne verkürzten „Sinnzusammenhang“, wie Hütter es bezeichnet. Denn genau das hat er selber geschrieben, mehrfach.

PS: Hütter offenbart in dieser Mitteilung darüber hinaus, dass er sich offenbar eher als „Autor“ und „Journalist“ sieht, denn als Politiker. Aber das nur nebenbei,