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???: „Brandanschlag auf Freitaler Stadtratskandidaten – Infos später“

???: „Brandanschlag auf Freitaler Stadtratskandidaten – Infos später“

Schauen wir heute ein paar Wochen zurück und verlassen dafür die Landesebene. Am 23.04. veröffentlichte die „Bürgerinitiative Freital“ (mit AfD-Logo im Profil) auf Facebook ein Sharepic, mit folgendem Text:

– „EILMELDUNG – Brandanschlag auf Freitaler Stadtratskandidaten – Infos später“ –

Auf den, mittlerweile gelöschten, Post folgten dann zwar keine weiteren Infos mehr, aber die sächsische Zeitung schrieb ebenfalls am 23.04. einen Artikel mit dem Titel:

„AfD-Stadtratskandidat bei Brand verletzt“

Im Untertitel ist zu lesen:

„Die Partei in Freital spricht von einem Anschlag.“

und:

„Den [Anschlag] hat die Polizei zunächst nicht bestätigt. Ob es einen Anschlag gegeben habe und ob dies im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen in Freital stehe, werde im Zuge der Ermittlungen zu klären sein, so ein Sprecher.“

Für die Sächsische Zeitung war der verletzte Stadtratskandidat Thomas Prinz aus „gesundheitlichen Gründen“ nicht zu sprechen, er verwies deshalb auf den sächsischen Generalsekretär der AfD, Jan Zwerg:

„Dieser teilte mit, dass laut Informationen des Brandopfers ein Brandanschlag auf das Gartenhaus verübt worden sei, wodurch dieser Verbrennungen ersten bis zweiten Grades erlitten habe, so Zwerg.“

Prinz selbst aber, Kandidat der AfD für den Freitaler Stadtrat und laut Wahlvorschlag von Beruf Gerichtsmediziner, veröffentlichte an diesem besagten 23. April allein sieben Fotos, die ihn im Krankenhausbett zeigen. Die Bilder kommentiert Prinz mit:

– „[…] ist nach Vorankündigung (da denkt man sich doch nichts dabei) ein Brandanschlag auf unsere Gärten verübt worden ! Im Moment einfach Schock und Schmerzen.“ —

Sowie am 24. April, also einen Tag später:

– „An die die kein GEWISSEN HABEN,NUR SO VIEL…SCHÖNE GRÜßE VON DER INTENSIVSTATION, ABER ES BRAUCHT MEHR, UM MICH UMZUBRINGEN IHR „NACHTJACKEN“ DAS(!!!) WARS NOCH LANGE NICHT, IHR FEIGLINGE!!! ANGST??? PAHH ,,SORRY,,,KENNE ICH NICHT“ –

Weitere zwei Tage später, am 26. April, veröffentlicht die Polizeidirektion Görlitz folgende Mitteilung:

„Komposthaufen in Brand – Wiederholte Vorfälle in den letzten Tagen
In der Nacht zu Freitag ist es am Mühlweg in Großnaundorf zu einem Brand gekommen. Grund war ein Komposthaufen, welcher sich selbst entzündete. Das Feuer konnte bereits vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden.
In letzter Zeit kam es gehäuft zu derartigen Selbstentzündungen. Daher warnt die Polizei:
Wer leicht feuchten Grasschnitt auf einen offenen Komposter mit einer trockenen Oberschicht wirft, muss auch nach Stunden noch mit einer Selbstentzündung rechnen, weil Bakterien bei der Zersetzung Gase bilden.“

Anders gesagt: In den trockenen Tagen des Aprils, konnten sich Methan- oder andere leicht entzündliche Gase, besonders gut bilden. Da dies also in Sachsen in besagten Apriltagen häufig vorkam, erstellte die Polizei Sachsen dann am 27. April, gar einen Warnhinweis für Gartenfreunde (https://www.facebook.com/…/a.28556351164…/1052781464924682/…):

„Gartenfreunde aufgepasst – Mehrere
Komposthaufenbrände in den letzten Tagen“

Auf Nachfrage zum Stand der Ermittlungen des vermeintlichen Anschlags auf Thomas Prinz, verweist die Polizei Sachsen eben auf jene Meldungen der sich selbst entzündeten Komposthaufen:

„“Grund war ein Komposthaufen, welcher sich selbst entzündete.“ – Wir haben keinen Grund die Aussage unserer Kollegen der Polizeidirektion Görlitz anzuzweifeln.“