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?: „Sprachvergewaltigung stoppen“

?: „Sprachvergewaltigung stoppen“

André Wendt (MdL #AfD #Sachsen) schreibt:

– „Der sächsischen Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) hat es nicht gepasst, dass sie 2001 in ihrer damaligen Tätigkeit ´Frau Landrat´ genannt wurde und fordert daher jetzt eine gendergerechte Sprache.“ –

Nein. Eine solche Forderung hat Petry Köpping „jetzt“ überhaupt nicht gemacht. Die AfD bezieht sich hier offenbar auf einen dpa-Bericht zur Bilanz des sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration. Die Leipziger Volkszeitung leitet diesen etwa ein: „Der Begriff Gender treibt vor allem Rechtspopulisten regelmäßig Zornesröte ins Gesicht.“

– „André Wendt, sozialpolitischer Sprecher, erklärt:Wir haben in Sachsen viel gravierendere Probleme. Es gibt nicht genügend Lehrer, Polizisten fehlen, der Breitbandausbau stockt – um nur einige Problemthemen anzusprechen.“ –

Mal abgesehen davon, dass keines dieser Themen in das Ministerium von Petra Köpping fällt, sagt sie selber, in dem von André Wendt zitierten Bericht: „Korrekte Schreibweisen von Berufsbezeichnungen seien nicht unwichtig, aber momentan auch nicht das vordergründige Problem. „Es geht in meinem Ressort um wichtige Themen wie häusliche Gewalt und Diskriminierung von Menschen. Wie müssen wir Frauenhäuser ausstatten? Wie müssen wir Flüchtlingen die in Deutschland geltenden Regeln der Gleichberechtigung vermitteln?“

– „Wenn sich die Gleichstellungsministerin mit derartigen Themen beschäftigt, ist es doch wohl nachvollziehbar, dass wir die Abschaffung dieses Minister-Amtes fordern. Wir brauchen keine Herr ´Hebammer´ oder Frau ´Hauptmännin´ oder ´Hauptfrau`.“ –

Mal abgesehen davon, dass es demnächst keine Hebammen, egal welchen Geschlechts, mehr geben wird, ist in diesem Moment André Wendt der einzige, der sich mit dem Thema beschäftigt. Denn, wieder Petra Köpping im dpa-Zitat: „Das Thema dürfe aber nicht andere wichtige Fragen wie die Diskriminierung überlagern.“

Wendt und die AfD zünden hier also allenfalls eine Nebelkerze.

– „Das zeigt, mit welchen absurden Maßnahmen hier ein unnötiges Ministerium um seine Daseinsberechtigung kämpft. Hier werden Steuergelder verbrannt, ohne erkennbaren Wert.
Wir fordern die Abschaffung (6/11530) des Gleichstellungs-Ministeriums, welches auch angesichts dieser Forderungen nichts weiter ist als eine Arbeitsbeschaffungseinrichtung für linke Ideologen.“ –

Wir machen es kurz. André Wendt hat von Petra Köppings Einlassung gegenüber der DPA, scheinbar nur die Überschrift gelesen. Eine Forderung (!) gendergerechter Sprache ist in den letzten Wochen und vor allem in diesem Interview nicht zu finden.

Vielleicht hat André Wendt selbst keine wichtigeren Themen, als dass er sich solche Meldungen ausdenken muss? Das bleibt offen.