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Falsch: „ARD-Morgenmagazin unterschlägt offenbar Korrektur zur Anzahl von Sexualdelikten!“

Falsch: „ARD-Morgenmagazin unterschlägt offenbar Korrektur zur Anzahl von Sexualdelikten!“

Der Landesvorsitzende der AfD Sachsen und Vorsitzende der AfD-Fraktion Sachsen, Jörg Urban, schreibt am 2.11. folgende Pressemitteilung:

— „Zu einem Bericht des ARD-Morgenmagazins „Moma“ erklärt der sächsische AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende, Jörg Urban:
Unmittelbar nach der Podiumsdiskussion mit den Chefredakteuren von ARD und ZDF, Gniffke und Frey, bestätigt das ARD-Morgenmagazin die schlimmsten Vorwürfe hinsichtlich einseitiger, verfälschender und unwahrer Berichterstattung.“ —

Mal kurz nebenbei, Chefredakteur der ARD ist Rainald Becker, Gniffke ist Chefredakteur der Programme von ARD-aktuell, also der Tagesschau und Tagesthemen.

— „Der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Maximilian Krah hatte die exorbitant angestiegenen Sexualdelikte in Chemnitz, mehrheitlich von Migranten verübt, als Ursache der Proteste in der Stadt benannt, dabei bedauerlicherweise eine unkorrekte Einzelzahl benannt.“ —

Kurz zur Einordnung: Krah behauptete am 4. September 2018, dass im Jahr 2018 60 Frauen in Chemnitz vergewaltigt wurden. Er „zitierte“ die Polizei, mit der Angabe, dass von den 60 Tatverdächtigen 56 Migranten gewesen wären. 4 wären „unbekannt“. Die Polizei Sachsen antwortete am nächsten Tag, dass ihr andere Zahlen vorlägen und die von Krah kolportierte Statistik nicht von der Polizei stamme: „Die Zahlen von Maximilian Krah können wir nicht nachvollziehen.“ Die Polizei selbst sprach von 14 Vergewaltigungen im Jahr 2018 mit 12 ermittelten Tatverdächtigen.
Davon waren 3 nichtdeutsche Tatverdächtige. Es geht also übrigens auch nicht um eine unkorrekte Einzelzahl im Singular, sondern mehrere unkorrekte Zahlen. Das war übrigens nicht einmal die erste Wortmeldung der Polizei zu diesen Zahlen.

Die offenbar ausgedachten Zahlen selbst, stammen aus einem Blog der ehemaligen CDU-Abgeordneten Vera Lengsfeld, in dem sie einen anonymen Brief aus und über Chemnitz veröffentlichte. Lengsfeld löschte die Zahlen relativ zügig, da der Urheber dafür keine Quelle nennen konnte. Da gingen die Zahlen aber schon längst rum und wurden auf Blogs weiter geteilt.

— „Er korrigierte den Fehler und legte die zutreffenden Zahlen vor, die seine Aussage bestätigen.“ —

Langsam, der Artikel von Dr. Maximilian Krah erschien am 4. September im „Deutschlandkurier“, einer afd-nahen Zeitung. Dort schrieb Krah also von den besagten 60 Straftaten im Jahr 2018, obwohl da schon seit mehreren (!) Tagen klar war und durch die Polizei bestätigt, dass die Zahlen nicht stimmen.

Heute ist der 2. November 2018: Krahs Artikel im Deutschland-Kurier ist unverändert (!) online, mit den nach wie vor völlig falschen Zahlen. Es gab also keine Korrektur.

— „Das Morgenmagazin hat diese Korrektur unterschlagen und erweckt den Eindruck, Maximilian Krah habe ins Blaue hinein behauptet und in Chemnitz gebe es keine gravierende Zunahme an Sexualgewalt durch Migranten.“ —

Das Morgenmagazin hat keine Korrektur unterschlagen (können), da es keine Korrektur gab. Wie erwähnt ist der Artikel von Krah immer noch online und eben nicht korrigiert. Das Einzige was Krah gemacht hatte: Auf Twitter, nach Intervention der Polizei Sachsen, am 5.9. zu schreiben:

„Ich nehme zur Kenntnis, dass ich in meinem letzten Kommentar im Deutschland-Kurier eine ungenaue Zahl der Vergewaltigungen in #Chemnitz verwendet habe.“

Inwiefern eine geänderte Fallzahl um den Faktor 4, eine mathematische „Ungenauigkeit“ sein kann, erschließt sich uns nicht. Wichtiger ist sowieso: Er hat keine anderen Zahlen vorgelegt und auch seinen Artikel nicht korrigiert. Die Aussage von Jörg Urban ist schlicht falsch. Auch der Blogbeitrag von Michael Klonovsky nimmt das Thema auf und schreibt gestern:
„Krah übernahm diese Zahlen aus einem lokalen Blog, „der üblicherweise sehr sauber recherchiert“. Den Fehler habe er sofort zugegeben, erklärt der Dresdner, auch gegenüber dem ARD-Morgenmagazin, das ihn mit einem Kamerateam in seiner Kanzlei zum Interview besuchte.“

Nur, das Einzige was Krah bis dahin zugegeben hatte, war, dass seine Zahlen „ungenau“ waren.

— „Wer gehofft hatte, die Podiumsdiskussion mit Kai Gniffke und Peter Frey werde bei subalternen ARD-Journalisten zu einer zumindest ansatzweisen Beachtung journalistischer Standards führen, weiß nun, diese Hoffnung ist Illusion. Das ARD-Morgenmagazin hat durch seine Lügenberichterstattung zu Lasten von Maximilian Krah gezeigt, dass selbst guter Wille des Chefredakteurs bei verbohrten Haltungsjournalisten nichts ausrichten kann. Es bleibt daher dabei, dass wir allen Bürgerinnen und Bürgern dringend empfehlen, sich aus alternativen Medien im Internet, nicht aus dem öffentlich-rechtlichen Staatsfunk zu informieren.“ —

Das ist eine recht absurde Empfehlung, wenn man bedenkt, dass „alternative Medien“ ja überhaupt erst die falschen Zahlen in Umlauf gebracht haben.

Gestern nun, am 1.11., twitterte Maximilian Krah, dass das MOMA der ARD ihn „in die Pfanne hauen“ wolle und veröffentlichte eine Grafik der sächsischen Kriminalstatistik von 2017, obwohl es ihm ja um 2018 ging.

Der MOMA-Beitrag selbst lief am: 1.11. Das heißt, die sogenannte „sofortige Korrektur“ (Klonovsky) erfolgte erst am Tag der Ausstrahlung des MOMA-Beitrags.
Und übrigens: im MOMA-Interview mit Krah wird die Stelle, wo er die Zahlen falsch nennt, gar nicht unterschlagen. Die Aussage ist ungeschnitten im Beitrag zu sehen.

Aber korrigiert hat Krah seinen Text eben bis heute nicht.

Wir haben Dr. Maximilian Krah auf Twitter gefragt, wo und wann diese unterschlagene Korrektur eigentlich zu sehen sein soll. Eine Reaktion gab es bisher nicht.

PS: Im Dateinamen des Share-Pics der AfD Sachsen wird Krah als „MdL“ bezeichnet. Krah ist kein Mitglied des Landtags.

Ohne Worte: „USA kippen Anerkennung des dritten Geschlechts – bitte Nachmachen!“

Ohne Worte: „USA kippen Anerkennung des dritten Geschlechts – bitte Nachmachen!“

Manchmal ist man einfach sprachlos. Wir sparen uns hier die Wiedergabe des
eigentlichen Textes von Jan Zwerg, dessen Inhalt in der Bildüberschrift zusammengefasst ist: „USA kippen Anerkennung des dritten Geschlechts – bitte nachmachen!“

In der Pressemitteilung geht es dann um „Gender-Ideologie“, „geschlechtsneutrale Toiletten oder ähnliche Spielereien“ und Forderungen die „zu Lasten der großen Mehrheit der Bürger gehen“.

Aber wie auch immer, wirklich entlarvend und armselig ist die Wahl des Portraitfotos, das auf dem Share-Pic neben Jan Zwerg selbst montiert ist. Das Foto heißt „The Plight of Transgender“ und ist eine Hommage an Leelah Alcorn. Leelah outete sich mit 16 Jahren in der Schule als „schwul“, woraufhin ihre Eltern sie mehrfach in eine sogenannte „Reparativtherapie“ zwangen. Man nennt diese auch Konversionstherapie. Wikipedia vermerkt dazu: „Alle führenden internationalen psychiatrischen und psychologischen Fachgesellschaften lehnen solche Behandlungsversuche ab, da sie im Widerspruch zu den heute in Psychiatrie und Psychologie etablierten Auffassungen von Homosexualität stehen und schädigende Wirkung für die Therapierten haben können.“

Leelah Alcorn wurde 2014, im Alter von 17 Jahren, von einem LKW erfasst und starb am Ort des Unfalls. In ihrem Abschiedsbrief stand unter anderem, dass sie mit ihrem Suizid auf die generelle Situation der Transgender aufmerksam machen wollte.

Archive.is

?: „Schrödingers Pressefreheit“

Der sächsische AfD-Landesverband gibt sich heute in einer Pressemitteilung wütend, weil das sächsische Boulevardblatt Morgenpost bzw. der Online-Ableger Tag24 einen Anschlag auf das Wohnhaus des Landesvorsitzenden Jörg Urban verharmlost habe.

Der Artikel, auf den sich die AfD bezieht, stammt vom 23. August 2018. Nun, fast 5 Wochen später, erklärt die AfD die „Zusammenarbeit“ mit Morgenpost und Tag24 für beendet:

— „Der Landesvorstand der sächsischen Alternative für Deutschland erklärt hiermit die mediale Zusammenarbeit mit der „Dresdner Morgenpost“ und „Tag 24“ ab sofort für beendet. Dazu erklärt der sächsische Generalsekretär der AfD, Jan Zwerg:
Seit Bestehen der sächsischen AfD und deren Einzug in den Sächsischen Landtag 2014 kübelt das – zu Großteilen der SPD gehörende – Blatt, Schmutz, Häme und Halbwahrheiten über unserer jungen Partei aus.“ —

Großteilen? Sie gehört zu geringeren Teilen einem Medienbeteiligungsunternehmen der SPD. Genau genommen gehört die Morgenpost zu 60 % dem Verlag Gruner und Jahr und zu 40 % der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG).

— „Potentielle S-Bahn-Mörder, die deutsche Bürger bei einfahrendem Zug ins Gleisbett stoßen, werden ‚Schubser‘ genannt, kriminelle Linksextremisten sind harmlose ‚Aktivisten‘ und brutale Messerstechereien und Massenschlägereien unter Asylbewerbern sind für das Blatt verharmlosend ‚Rangeleien‘. Die AfD ‚hetzt‘ und friedliche Demonstranten sind ‚Pegida-Krakeeler‘ Dafür werden die Grünen und die SPD offen hofiert, die Kommentare sind oft gedruckte, linkslastige Umerziehungspamphlete.“ —

Starker Tobak und immerhin völlig ohne Nachweise. Zumal hier ziemlich willkürlich die eigenen Deutungen der AfD, denen der Morgenpost gegenübergestellt werden.

Eigenartig wirkt vor allem der letzte Satz, weil es sich da um eine Behauptung handelt, wie sie die AfD in diesem Stile, – nur andersherum – ja der Morgenpost vorwirft – und ihr eben deswegen die „Zusammenarbeit“ kündigt.

— „Das Fass zum Überlaufen brachte zuletzt der Bericht über den Farbanschlag auf das private, denkmalgeschützte Wohnhaus des AfD Landesvorsitzenden, Jörg Urban. ‚Tag 24‘ bezeichnete das zynisch als ‚unschöne Aktion.‘“ —

Der erwähnte Artikel (https://www.tag24.de/…/dresden-afd-politiker-anschlag-farbe…) ist eine typische Boulevard-Meldung.

Er trägt die reißerische Überschrift: „Farb-Anschlag! Auto und Haus von AfD-Politiker beschmiert“.

Farb-Anschlag. Ausrufezeichen. Nichts mit zynisch. Der Artikel nennt die Fakten, bezieht sich dabei auf die AfD und zitiert im Weiteren zu Großteilen (tatsächlich!) die Pressemitteilung der AfD. Nennt die Täter weiterhin Vandalen (auch: Farb-Vandalen) und gibt der Sicht der AfD auf die Angelegenheit reichlich Platz. Unter anderem durch die Einbindung der gesamten Pressemitteilung vom Facebook-Profil der AfD Sachsen unter dem Artikel.

Weitere Stimmen kommen nicht zu Wort. Weder das Framing des Artikels, noch der konkrete Satz im Artikel lassen die Deutung zu, es handele sich um eine zynische Kommentierung des Ereignisses: „Dies teilte der Politiker in einer Pressemiteilung am Donnerstag mit und lieferte auf seinem Facebook-Profil die entsprechenden Fotos der unschönen Aktion.“

— „Die sächsische AfD beendet hiermit die mediale Zusammenarbeit mit dem Medienprodukt. Das heißt konkret: Presseanfragen werden nicht mehr beantwortet, es wird keine Einladungen zu Pressekonferenzen mehr geben, die Redaktion wird aus dem Presseverteiler der Landespartei entfernt. Über die Teilnahme an sächsischen AfD-Parteitagen wird – dieses Medium betreffend – künftig die Mitgliedschaft explizit zur Abstimmung aufgerufen.“ —

Als Partei, die zu Wahlen antritt und in den Parlamenten vertreten ist, die Beantwortung von Presseanfragen und Betreuung von Presseverteilern als „mediale Zusammenarbeit“ zu bezeichnen, offenbart ein recht eigenes Verständnis von Pressefreiheit und deren Verankerung im Grundgesetz.

Mittlerweile hat sich auch die Landespressekonferenz, die „Arbeitsgemeinschaft landespolitischer Journalisten in Sachsen“ zu Wort gemeldet:

http://www.flurfunk-dresden.de/…/afd-medienboykott-lpk-pro…/

— „Die AfD ist eine rechtsstaatliche Partei, die für uneingeschränkte Meinungsfreiheit einsteht. Linkslastiger Nanny- und Sensationsjournalismus gehören allerdings nicht dazu. Frei nach Erich Kästner: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ —

Die AfD steht also für uneingeschränkte Pressefreiheit, schränkt diese aber ein. Also steht sie offenbar nicht für uneingeschränkte Pressefreiheit. Was auch immer Nanny- und Sensationsjournalismus in diesem Zusammenhang sein sollen, linkslastig darf er jedenfalls nicht sein. Obwohl uneingeschränkt… Schrödingers Pressefreheit? Die Pressemitteilung unterschrieb übrigens der Pressesprecher der AfD, der ehemalige BILD-Redakteur Andreas Harlaß.

Wir fassen zusammen: Einen Monat nach Erscheinen einer Meldung über einen Farb-Anschlag auf das Haus des AfD-Politikers Urban entscheidet sich die sächsische AfD, diese Meldung völlig auf den Kopf zu stellen, und verbunden mit weiteren gewagten Behauptungen ohne auch nur einen Nachweis, diese Gelegenheit zu nutzen, um Morgenpost und Tag24 die „mediale Zusammenarbeit“ zu kündigen. Was soll das?

Das Schlußwort überlassen wir den Kolleginnen und Kollegen vom lesenswerten Blog FLURFUNK und zitieren:
(http://www.flurfunk-dresden.de/…/afd-sachsen-will-morgenpo…/)

„Tatsächlich ist der letzte Absatz nicht nur wegen des Zitats von Erich Kästner, einem der prominentesten deutschen Gegner des Nationalsozialismus (vgl. Wikipedia), ausgesprochen zynisch. Die Pressefreiheit ist in Deutschland im Grundgesetz verankert – damit sind auch Medien eingeschlossen, die nicht so berichten, wie es sich einzelne Vertreter der Politik wünschen. Der Satz: „Die AfD ist eine rechtsstaatliche Partei, die für uneingeschränkte Meinungsfreiheit einsteht“, ist also eine glatte Lüge.

Mit der Pressemitteilung stellt die AfD Sachsen unter Beweis: Sie steht nicht zum Grundgesetz.“

?: „Schrödingers Pressefreiheit“

?: „Demnächst Waffenkontrollen?“

?: „Demnächst Waffenkontrollen?“

Die AfD-Sachsen schreibt:

– „Im Jahr 2016 gab es an sächsischen Schulen 102 Fälle von schwerer Körperverletzung – häufig in Verbindung mit Messerstechereien.“ —

Der erste Satz stammt noch, wenn auch umgestellt, aus dem, ebenfalls von der AfD verlinkten, MDR-Artikel. (https://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/was-tun-schulen-gegen-gewalt-100.html)
Den zweiten Satz hat die AfD Sachsen dazu geschrieben. Allerdings, wie so oft, ohne Beleg.

– „Jetzt werden Rufe nach mehr Sozialarbeitern laut“ –

Der einzige, der, und das offenbar auf Nachfrage, mehr Sozialarbeiter für Schulen (und nicht nur für sächsische) fordert, ist der sächsische Landesschülersprecher. Was das mit lautem Rufen zu tun hat, sei mal dahingestellt.

– „und es wird sogar über Waffenkontrollen nachgedacht“ –

Der Einzige, der über solche Kontrollen nachdenkt, ist der MDR. Im Artikel werden diese, von allen genannten Protagonisten, als unnötig abgelehnt. Interessant ist, dass die AfD als politische Partei ja nun dazu Stellung beziehen könnte. Das tut sie aber nicht und veröffentlicht statt dessen eine Art Kommentar zum Artikel.

– „Die Innere Sicherheit erodiert und vor allem unsere Frauen und Kinder sind die Leidtragenden. Anstatt Grenzschutz gibt es jetzt vermehrt Sicherheitskontrollen und schwer bewaffnete Polizisten im Land selbst.“ —

Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun?

– „Sollen als nächstes auch Waffenkontrollen an Schulen folgen?“ –

Nein, offensichtlich nicht. Das steht ja in dem Artikel, aus dem die AfD zitiert und immer noch kommentiert.

– „Wer kann unter diesen Umständen noch ruhigen Gewissens feiern oder seine Kinder zur Schule schicken? Wir fordern eine 180 Grad Kehrtwende dieser katastrophalen Asylpolitik!“ –

Was hat die aktuelle Asylpolitik mit Körperverletzungen an Sachsens Schulen zu tun?

Wenn es um eben diese Zahlen (gefährliche und schwere Körperverletzung) geht, sieht es übrigens so aus:

2016: 102
2015: 96
2014: 84
2013: 114
2012: 108

Und eigentlich spricht das (leider) für sich selbst.

Falsch: „36 Milliarden € für Migranten in Hartz IV“ 1

Falsch: „36 Milliarden € für Migranten in Hartz IV“ 1

Carsten Hütter (MdL #AfD #Sachsen), sowie der sächsische Landesverband und auch der Bundesverband der AfD schreiben und teilen auf ihren Webseiten:

— „Rund 2 Millionen Migranten beziehen Hartz IV, 20,9% mehr als noch im Vorjahr. 15,5% aller Leistungsempfänger stammen aus nichteuropäischen Ländern, ihr Anteil stieg um 65,5% an. Den höchsten Zuwachs verursachten somalische und afghanische Staatsangehörige, insgesamt gesehen führen Syrien, die Türkei und der Irak die Liste an.“ —

Bis hierhin stammt das aus einem Artikel der BILD-Zeitung.

— „Die entstehenden Kosten sind immens: Bereits 2015 betrug der Verwaltungsaufwand je ALG2-Bezieher 1069 Euro [2], zuzüglich der 409,- Euro, die letztendlich ausgezahlt werden.“ —

Seltsame und falsche Rechnung. Die 409 € sind schließlich ein monatlicher Betrag und die Verwaltungskosten ein jährlicher.

— „Je ausländischem Leistungsbezieher entstehen also Kosten von rund 1500 Euro monatlich, was 36 Milliarden Euro pro Jahr für 2 Millionen Leistungsbezieher entspricht.“ —

Nein, das ist falsch. Es sind, wenn man diese Rechnung bestreiten will, monatlich rund 500 €, was bei 2 Millionen Leistungsbeziehern also 1 Milliarde pro Monat ergäbe oder 12 Milliarden pro Jahr.

— „Wir fordern deshalb, nicht länger nur über ein Einwanderungsgesetz zu debattieren, sondern endlich klare Regeln zu formulieren, die die sozialen Anreize abschaffen.
Wer in unser Sozialsystem einwandert, ohne einen Cent dazu beigetragen zu haben, sollte auch keine Leistungen hieraus erhalten. Vorbild könnte hier Österreich werden, wo die schwarz-blaue Regierung überlegt, Sach- statt Geldleistungen an Asylbegehrende und Migranten auszuzahlen, die keiner Tätigkeit nachgehen und nichts zum Sozialsystem beitragen.“ —

Wer solche Forderungen aufstellt, sollte zunächst einmal rechnen lernen und sich nicht um den Faktor 3 dabei irren.

Anmerkung: 8.1.,15:50: Bis jetzt wurde die, nachwievor unverändert falsche, Rechnung als eine Art Umfrage („Was würdest Du mit diesem Geld machen?) über 2000mal geteilt.