Falsch: „36 Milliarden € für Migranten in Hartz IV“ 1

Falsch: „36 Milliarden € für Migranten in Hartz IV“ 1

Carsten Hütter (MdL #AfD #Sachsen), sowie der sächsische Landesverband und auch der Bundesverband der AfD schreiben und teilen auf ihren Webseiten:

— „Rund 2 Millionen Migranten beziehen Hartz IV, 20,9% mehr als noch im Vorjahr. 15,5% aller Leistungsempfänger stammen aus nichteuropäischen Ländern, ihr Anteil stieg um 65,5% an. Den höchsten Zuwachs verursachten somalische und afghanische Staatsangehörige, insgesamt gesehen führen Syrien, die Türkei und der Irak die Liste an.“ —

Bis hierhin stammt das aus einem Artikel der BILD-Zeitung.

— „Die entstehenden Kosten sind immens: Bereits 2015 betrug der Verwaltungsaufwand je ALG2-Bezieher 1069 Euro [2], zuzüglich der 409,- Euro, die letztendlich ausgezahlt werden.“ —

Seltsame und falsche Rechnung. Die 409 € sind schließlich ein monatlicher Betrag und die Verwaltungskosten ein jährlicher.

— „Je ausländischem Leistungsbezieher entstehen also Kosten von rund 1500 Euro monatlich, was 36 Milliarden Euro pro Jahr für 2 Millionen Leistungsbezieher entspricht.“ —

Nein, das ist falsch. Es sind, wenn man diese Rechnung bestreiten will, monatlich rund 500 €, was bei 2 Millionen Leistungsbeziehern also 1 Milliarde pro Monat ergäbe oder 12 Milliarden pro Jahr.

— „Wir fordern deshalb, nicht länger nur über ein Einwanderungsgesetz zu debattieren, sondern endlich klare Regeln zu formulieren, die die sozialen Anreize abschaffen.
Wer in unser Sozialsystem einwandert, ohne einen Cent dazu beigetragen zu haben, sollte auch keine Leistungen hieraus erhalten. Vorbild könnte hier Österreich werden, wo die schwarz-blaue Regierung überlegt, Sach- statt Geldleistungen an Asylbegehrende und Migranten auszuzahlen, die keiner Tätigkeit nachgehen und nichts zum Sozialsystem beitragen.“ —

Wer solche Forderungen aufstellt, sollte zunächst einmal rechnen lernen und sich nicht um den Faktor 3 dabei irren.

Anmerkung: 8.1.,15:50: Bis jetzt wurde die, nachwievor unverändert falsche, Rechnung als eine Art Umfrage („Was würdest Du mit diesem Geld machen?) über 2000mal geteilt.