?: „Diesel-Hysterie: falsche EU-Grenzwerte endlich überarbeiten!“

?: „Diesel-Hysterie: falsche EU-Grenzwerte endlich überarbeiten!“

Jörg Urban (Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion Sachsen) schreibt:

– „Auf dem heutigen „Diesel-Gipfel“ treffen sich Bürgermeister aus ganz Deutschland mit Kanzlerin Merkel, um Maßnahmen gegen die drohenden Fahrverbote von Diesel-Fahrzeugen zu diskutieren.
Jörg Urban, AfD-Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher, erklärt:
Die politisch und medial geschürte ‚Diesel-Hysterie‘ nimmt immer groteskere Züge an. Nun sollen sogar mit einer Milliarde Euro Steuergeld Elektrofahrzeuge und –busse subventioniert werden, nur damit die falschen EU-Grenzwerte eingehalten werden können. Was aus dem Diesel-Fahrzeug des Handwerkers oder des Familienvaters wird, scheint die linksgrüne CDU-Kanzlerin nicht zu interessieren – die müssen dann eben Elektrobus fahren oder zur Arbeit laufen.“ –

Falsch. Von der einen Milliarde Euro gehen nur 350 Millionen an „Elektrofahrzeuge und -busse“. Für 150 Millionen € sollen vorhandene Dieselbusse nachgerüstet werden, um schadstoffärmer fahren zu können. Der größte Teil, 500 Millionen €, geht an die Städte, damit diese ihre Verkehrsleitsysteme optimieren, um Stau und Zeit für Parkplatzsuche zu verringern.

– „Wohlgemerkt, die ganze Hysterie um angebliche ‚Diesel-Tote‘ und drohende Fahrverbote ergibt sich nur aus viel zu hoch angesetzten Stickoxid-Grenzwerten der EU. Gelten im Freien 40 Mikrogramm Stickoxid als medizinisch bedenklicher Grenzwert, dürfen absurderweise Angestellte im Büro acht Stunden lang bis zu 60 Mikrogramm ausgesetzt werden. In den USA liegt der Grenzwert im Straßenverkehr sogar zweieinhalb Mal so hoch wie in Deutschland bei 103 Mikrogramm Stickoxid!“ –

Falsch. Allerdings muss man der AfD eins lassen, sie ist absolut fakten- und lernresistent. Wohlgemerkt: Jörg Urban hat schon im September eine Pressemitteilung zu den Grenzwerten für Stickoxide gemacht. Und dabei falsch gelegen. Hier nachzulesen: https://www.facebook.com/399444507065700/photos/a.400532716956879.1073741828.399444507065700/538432243166925/?type=3&theater

Und somit wieder: Nein. Die 60 Mikrogramm, die Urban hier erwähnt, sind eben keine Richtlinie für Angestellte in Büros, sondern die allgemeinen Richtwerte für Luft in Innenräumen. Auch MIK genannt: „Maximale Immissions-Konzentration“.

Dieser Wert gilt heute aber als veraltet. Weswegen die 40 Mikrogramm und 60 Mikrogramm-Angabe harmonisiert werden soll. Das Umweltbundesamt schreibt: „ Aufgrund des EU-Grenzwertes für die Außenluft von 40 µg/m³ im Jahresmittel und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse strebt der Ausschuss für Innenraumrichtwerte AIR die Aktualisierung der Bewertung für Stickstoffdioxid im Innenraum an.“

Urban dürfte das übrigens genau wissen, als ehemaliger Geschäftsführer der grünen Liga in Sachsen. Das macht es umso perfider.

– „Hinter dem Kreuzzug gegen den Diesel stecken massive politische und wirtschaftliche Lobbyinteressen von den Grünen bis zu Herstellern von Elektroautos. Die AfD fordert, die EU-Grenzwerte zu überarbeiten und die Bürger vor ausuferndem Lobbyismus zu schützen.“ –

Mal nebenbei. Wenn die Grünen und die Hersteller von Elektroautos „massive Lobbyinteressen“ haben, was haben dann eigentlich die AfD und die Hersteller von Verbrennungsmotoren?